Reich gerechnet, arm geworden

Stell Dir einen Tisch vor, der genau einen Meter breit ist. Und jetzt stell Dir vor, der Meterstab, mit dem Du ihn misst, schrumpft jedes Jahr um vier Prozent. Nach fünf Jahren misst Du nach und stellst fest, dass Dein Tisch um rund 20 Zentimeter gewachsen ist.
Absurd? Natürlich. Jeder würde sofort sagen, dass hier nicht der Tisch gewachsen ist, sondern der Massstab versagt hat.
Warum aber kommt es zu dieser logischen und doch falschen Schlussfolgerung, dass Tische wachsen können? Ganz einfach, die verwendete Basis, eine Währung, ist dafür ungeeignet. Warum werden wir täglich mit diesen falschen Informationen aus NTV und sonstigen angeblichen Fachpublikationen fehl informiert?
Es gibt für uns nur zwei Antworten:
1. Sie haben selbst nie diesen Irrtum bemerkt, was natürlich für einen Fachmann fatal ist.
oder
2. Es besteht eine Absicht darin, falsche Annahmen über angebliche Wertentwicklungen zu verbreiten, denn - mal ehrlich - war es jemals in der Absicht eines Staates bzw. der Politiker, dass Menschen finanzielle Bildung erfahren? Das Warum wäre plausibel; die Menschen würden bei einer Verzinsung von angenommen 2% sofort die wesentlichen Positionen der Inflation und sogar noch die Steuerlast auf die Erträge abziehen und kämen dann sehr schnell auf ein dickes Minus, statt auf das vorgegaukelte Plus.
Bei unserem angenommenen Meterstab im üblichen Sinne handelt es sich um ein geeichtes Mass, als Bezugsgrösse, dazu diente bis 1960 der "Urmeter", ein geeichter Metallstab aus einer Legierung aus Platin und Iridium.
Der Euro jedoch, der täglich durch Zunahme der Geldmenge, der permanenten Verschuldung des Staates an Wert verliert, ist kein geeichtes Mass.
Nebenbei, keine Währung der Welt ist geeicht. Die logische Schlussfolgerung: Wertentwicklungen können niemals auf der Basis einer ständig an Wert verlierenden Währung errechnet werden, es braucht dazu eine Bezugsgrösse, die sich nicht verändert.
Bleiben wir also weiterhin ehrlich. Genau so wird in der Finanzwelt aber seit Jahrzehnten gerechnet. Wertzuwächse von Immobilien, Aktien oder Fonds werden in Euro, Dollar oder Franken ausgewiesen, also in einer Masseinheit, die Jahr für Jahr an Kaufkraft verliert. Der Schwund des Massstabs wird stillschweigend als Gewinn verbucht, übrigens auch steuerlich. Du musst einen „Gewinn“ versteuern, der gar keiner war, konntest also weder den Werteverfall noch Gebühren als Aufwand dagegenrechnen. Genau genommen versteuerst Du einen Wertverlust, und das nur, weil die Art und Weise der Darstellung falsch ist. Ist die Annahme also naheliegend, dass diese falsche Darstellung Absicht ist? In Wirtschaftssendungen, in Bankprospekten, in Beratungsgesprächen. Und kaum jemand fragt nach.
63 Jahre Hauspreise, gemessen in Gold
Eine Grafik aus dem In Gold We Trust Report macht diesen Denkfehler auf einen Blick sichtbar. Sie zeigt den mittleren Verkaufspreis neuer Häuser in den USA, allerdings nicht in Dollar, sondern in Unzen Gold.

1963 kostete ein neues Haus rund 509 Unzen. 1970 waren es 684 Unzen, im Jahr 2001 noch einmal 670. Heute reichen für ein vergleichbares Haus rund 91 Unzen. Das sind 82 Prozent weniger Gold als 1963.
In Dollar erzählt dieselbe Immobilie eine völlig andere Geschichte. Dort kennt der Preis über die Jahrzehnte fast nur eine Richtung.
Wer sein Haus 1970 gekauft hat und es heute verkauft, fühlt sich als Gewinner. In Gold gemessen hat er fast 87 Prozent verloren.
Welche der beiden Geschichten ist nun die wahre? Und wer hat eigentlich ein Interesse daran, dass Du nur die eine kennst?
Gold ist der ehrlichere Massstab
Eine Unze ist eine Unze. 31,1 Gramm, heute genauso wie 1963 und genauso in hundert Jahren. Gold lässt sich nicht per Beschluss vermehren, nicht auf Knopfdruck drucken und nicht durch eine Zinsentscheidung verwässern. Damit erfüllt es genau das, was wir von einem Massstab erwarten. Es bleibt sich treu, ist geeicht und somit der Urmeter für Geld/Währung.
Viele bezeichnen Gold als interessanten zusätzlichen Vergleichswert. Wir stellen die Frage anders. Ist es nicht der einzige verlässliche Massstab?
Bis 1971 war der Dollar im System von Bretton Woods an Gold gebunden, eine Unze kostete fest 35 Dollar. Seit diese Bindung aufgehoben wurde, hat sich der Goldpreis in Dollar weit mehr als verhundertfacht. Wer damals 100.000 Dollar in Gold getauscht hätte, besässe heute einen Gegenwert von rund 13 Millionen. Wer die 100.000 Dollar einfach behalten hat, hält heute nur noch einen Bruchteil der damaligen Kaufkraft in den Händen. Und auch in Euro hat sich der Goldpreis seit dem Jahr 2000 ungefähr verfünfzehnfacht.
Nicht ohne Grund kaufen Zentralbanken weltweit seit Jahren Gold in grossen Mengen, gerade in Zeiten wachsender Staatsschulden und sich häufender Krisen. Ausgerechnet die Institutionen, die unser Geld herausgeben, sichern ihre eigenen Reserven lieber mit etwas anderem ab. Warum sollten wir es nicht ebenso tun und intelligente und Währungsresistente Investments nur den Profis überlassen? Das sollte zu denken geben.
Das Versprechen vom mietfreien Alter
Die eigene Immobilie gilt hierzulande als Fundament der Altersvorsorge schlechthin. Einmal abbezahlt, wohnt man mietfrei, so lautet die fast schon märchenhaft klingende Erzählung. Doch was steht eigentlich auf der anderen Seite der Rechnung?
Beim Kauf wird die Grunderwerbsteuer fällig, danach jedes Jahr die Grundsteuer. Ein Haus altert, und meist genau dann, wenn das letzte Darlehen getilgt ist, vielleicht noch kurz vorm Eintritt in den verdienten Ruhestand, melden sich Dach, Heizung und Fenster. Dazu kommen immer neue gesetzliche Auflagen, damit ein Haus auch weiterhin als gesetzeskonform (statt zeitgemäss, denn damit hat die Willkür nichts zu tun) bewohnbar gilt (die Kreativität des Gesetzgebers kennt hier bekanntlich kaum Grenzen).Und was glaubst du, woher du so kurz vor oder bereits in Rente das Darlehen für diese Renovierung oder gesetzlichen Vorgaben bekommst - denn keine Bank spielt da noch mit - und womit wolltest du es bezahlen?
Mietfrei im Alter? Klang am Anfang irgendwie schöner, diese Vorstellung vom gar nicht mal so eigenen Eigenheim.
Bleibt noch ein Thema, das viele Eigentümer lieber verdrängen. Der Lastenausgleich der Nachkriegszeit hat gezeigt, dass der Staat in Krisen schon einmal gezielt auf Immobilienvermögen zugegriffen hat. Grund und Boden lassen sich weder verstecken noch mitnehmen. Wer darauf setzt, sollte sich ehrlich fragen, wie viel davon wirklich Eigentum ist und wie viel eher Besitz, der so lange gewährt wird, wie es politisch gerade passt.
Lass uns rechnen
Nehmen wir an, Du verfügst über 500.000 Euro oder Franken und möchtest dieses Kapital sichern. Ein klassischer Fall, etwa in der Erbengeneration.
Variante eins ist die vermietete Immobilie. Wir beobachten seit über vier Jahrzehnten das Verhältnis von üblichen Mieten zu üblichen Verkehrswerten, übrigens auch als überzeugte Mieter. Realistisch lassen sich dabei rund drei Prozent Bruttomietrendite ansetzen, eher hoch gegriffen. Das sind 15.000 im Jahr, wohlgemerkt vor Instandhaltung, Verwaltung, Leerstand und Steuern.
Variante zwei ist Gold. Setzen wir eine durchschnittliche Wertentwicklung von nur sechs Prozent pro Jahr an, ergibt das 30.000 im Jahr. In Deutschland ist der Gewinn aus physischem Gold nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei. Deine “Miete” entnimmst Du einfach monatlich aus dem Wertzuwachs, sozusagen im umgekehrten Cost Average Effekt. Ohne Mieter, ohne Handwerker, ohne Grundsteuer und ohne die Gefahr staatlicher Willkür.
Natürlich ist das eine vereinfachte Rechnung (auch der Goldpreis kann schwanken), allerdings lässt sich in einem durchdachten Konzept aus verschiedenen Sachwerten das Ergebnis noch deutlich verbessern. Die Richtung ist jedoch auch hier schon klar. Das doppelte Ergebnis bei einem Bruchteil des Aufwands und ohne die Risiken, die an einer Immobilie hängen.
Miss mit einem geeichten Massstab
Wir erleben in fast fünf Jahrzehnten Finanzbranche immer wieder, dass diese Rechnung schlicht nicht aufgemacht wird. Selten aus bösem Willen, meistens weil sie in keiner Ausbildung vorkommt. Finanzielle Bildung findet in unserem Bildungssystem praktisch nicht statt. Und so wird weiter mit einem schrumpfenden Mass; dem Euro, Franken oder welcher Währung auch immer gemessen und das Ergebnis als Erfolg gefeiert.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, wie viel Dein Haus heute in Euro wert ist. Sie lautet, wie viel Kaufkraft Du mit Deinem Kapital tatsächlich erhalten oder geschaffen hast.
Geh mit uns gemeinsam den guten Weg und lass uns ein Konzept entwickeln, das Dein Vermögen in einer Masseinheit misst, die nicht schrumpft.



